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Di 13.01.2015

Gefährlicher Trend: Hunger-Selfies fürs Netz

Was ist an den Magerfotos noch schön?

Sie posen vorm Spiegel und präsentieren auf ihren Selfies ihren flachen Bauch. Viele junge Frauen nutzen ihre freizügigen Bilder, um in sozialen Netzwerken Bestätigung durch positive Kommentare zu bekommen. Doch einige Frauen posten die Selfies nicht nur, um ihr Selbstbewusstsein aufzupolieren. Sie gehen ins Netz, um sich und andere Mädchen dazu zu animieren noch dünner zu werden. Wie gefährlich ist der Trend mit den Hunger-Selfies?

Dünn, ist noch nicht dünn genug: Unter dem Hashtag „Thinspiration“ sind unter anderem auf der Plattform Instagram Bilder von Mädchen und jungen Frauen zu finden, deren Ziel es ist immer dünner zu werden. Doch statt der flachen Bäuche fallen hier vor allem hervorstehende Beckenknochen, spitze Schultern sowie spindeldürre Arme und Beine auf. Was in normalen Augen krankhaft wirkt, ist das Schönheitsideal der „Thinspiration“-Bewegung.


Foto via Instagram

Ein gefährlicher Trend, dem vor allem Mädchen und junge Frauen zum Opfer fallen, die unsicher im Umgang mit ihrem Körper sind. Sie hungern sich auf Fliegengewichte runter, um ein vermeintliches Ideal zu erreichen, dass sie mit ihrer Gesundheit und im schlimmsten Fall mit ihrem Leben bezahlen müssen. Denn laut Huffington Post sterben in Deutschland über 70 Menschen pro Jahr  an den Folgen einer Essstörung.

In Blogs, Foren oder sozialen Netzwerke animieren sich die Nutzerinnen gegenseitig, nicht mit dem Abnehmen aufzuhören und noch weiter an Gewicht zu verlieren. Zur Motivation posten sie Fotos und Videos von Stars und anderen Frauen, die ihnen als Thinspiration, also Inspiration zum Abnehmen, dienen. Nach Schätzung von Experten gibt es allein in Deutschland mehrere hundert Seiten, auf denen Magersucht nicht als Krankheit sondern Lebenstil gefeiert wird.

Das Leben nach „Thinspiration“ nimmt schon fast religiöse Züge an. Essen ist eine Sünde. Den Verzicht auf Schokolade, Kekse und alles, was dick macht, betrachten die Anhängerin der Bewegung als Reinigung des Körpers. Sie glauben, ihm etwas Gutes zu tun, während sie ihn eigentlich zerstören. Oft liefert die Magersucht bei den Erkrankten auch eine Möglichkeit der Kontrolle. Wenn alles andere im Leben schief läuft, ist die Kontrolle über das eigene Gewicht oft die einzige Konstante im Leben. 

Fotos: Instagram/sicklykitten/glitchedreality

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